KAMERAKIDZ IN KERALA

Neue Kameras – neue Kinder

 

Selbstportrait von Abijeeth
Selbstportrait von Abijith

 

Sie wurden auf einem Geburtstag eingesammelt, sie kamen per Post zu mir, ich konnte welche abholen: dieses Jahr haben wir viele schöne Kameras bekommen für die Kamerakidz. Wir brauchen zwar ständig Nachschub für Zanskar, aber so viele nun wieder auch nicht. Was liegt da näher als ein neues Projekt zu starten?

 

Sumesh von Kabanitour hatte mit den Leuten in dem Dorf Mothakarra gesprochen: ja, sie würden da gerne mitmachen. Allerdings hatten sie die Grundschule bis Klasse 4 vorgesehen. Ich äußerte Bedenken: Die Kinder wären doch viel zu klein, sie würden mich nicht verstehen usw. Sie versuchten mich zu überzeugen und schwärmten davon, was sie schon alles könnten. Meine Zweifel ließen nicht nach, aber ich dachte: „Naja, einen Versuch ist es vielleicht wert.“

 

Und so kam ich vor einer Woche in die Schule, begleitet von Sreejith und hiesiger Guide Radha. Ich stellte dem Lehrerinteam das Projekt kurz vor, alle freuten sich – und dann ging es ab in einen Klassenraum mit gefühlt mind. 50 Kindern – Klasse 3+4 zusammen. Alle staunten mich mit großen Augen an. Und ich bemühte mich, etwas zu erläutern. Zum Glück hatte ich Übersetzungshilfe. Die Kinder bekamen die Filmchen aus Zanskar und Rajasthan gezeigt. Beim 2. sangen sie dann alle fröhlich mit.

 

Das hier ist ihre schön pink gestrichene Schule:

Primary School in Mothakarra
Primary School in Mothakarra

 

8 Kinder wurden ausgewählt und probierten die Kameras aus. Und dann wartete ich hibbelig auf den nächsten Tag und die gefüllten Speicherkarten.

 

Die Leute hatten recht: die Kinder machen schöne Bilder! Ich war begeistert! Und wir haben sogar ein besonderes Talent dabei: den 12jährigen Abhijith. Er ist älter als die anderen (aber kaum größer), gehört zu einer Adivasi-Familie und ist einige Jahre lang ziemlich viel hin und hergezogen so dass er 2 Jahre nicht zur Schule ging. Er ist ein begeisterter Selfie-Knipser und hat ein unglaubliches Gefühl für Bildaufteilung.

 

Nach einer Woche

 

Jetzt sind wir schon eine Woche dabei und hatten mit Hindernissen zu kämpfen: Freitag wurde überraschend und unvorhergesehen gestreikt, Samstag fiel die Schule wegen eines speziellen Feiertags offensichtlich nur für kleine Kinder aus (oder aus irgendeinem anderen Grund). Und Sonntag machte ich mich dann auf den Weg mit Gastpapa George und einem Tuktuk und suchte die Kinder, um die Kameras zurück zu bekommen. Sie hatten natürlich alle leere Akkus. Üblicherweise bekommen sie die Aufladegeräte nicht mit heim.

 

Spannend war, wie sie alle wohnten. Von den 8 Kindern ist 1 Mädchen christlich, 1 Junge Moslem und der Rest ist Adivasi (= UreinwohnerInnen, in Mothakkara 4 verschiedene Gruppen). Gerade die Adivasi gehören zu den ärmeren Leuten, was man den schuluniformierten Kindern nicht ansieht. Aber deren Häusern.

 

Hier gibt es noch ein paar weitere Impressionen von Abhijith:

 

Tag 1: Sayant probiert die Kamera aus
Tag 1: Sayant probiert die Kamera aus

 

Abijith zeigt das Foto der Schulköchin, aufgenommen von Sayanth
Tag 2: Abijith zeigt das Foto der Schulköchin, aufgenommen von Sayanth

 

An Models mangelte es nicht
Tag 2: An Models mangelte es nicht

 

Zwischen Jungstoilette und Schule lässt sich gut spielen
Tag 2: Zwischen Jungstoilette und Schule lässt sich gut spielen

 

 

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