LADAKH WIRD UNION TERRITORY

EINE KLEINE ZUSAMMENFASSUNG

Mönch in Ladakh

 

Am 5. August 2019 wurde bekannt gegeben, dass der Bundesstaat Jammu und Kaschmir zweigeteilt werden würde und seinen Status als Bundesland Indiens verlieren soll. Jammu & Kashmir wird ein Teil, Ladakh der andere. Beide bekommen jeweils den Status eines „Union Territory“. Davon gibt es bereits 7 in Indien (Chandigarh, Delhi, Daman & Diu, Lakshadweep, Dadra & Nagar Haveli, Andaman & Nicobar sowie Puducherry). Union Territories sind Gebiete, die direkt der indischen Regierung unterstehen. Ladakh, welches sich mit der Bundesstaatenregierung von J&K unwohl fühlte, forderte schon seit Jahrzehnten diesen Status.

 

Also alles gut?

 

Nein….

 

  • Legislative: Es wird bei den Union Territories unterschieden, ob sie mit oder ohne Legislative sind. Wenn ja, darf das Gebiet seine Gebietsgesetze selber bestimmen. Wenn nicht, dann bestimmt die Bundesregierung in Delhi. Das neue J&K ist ein Union Territory mit Legislative, Ladakh ist ohne. Keine gute Ausgangsbasis insbesondere durch
  • Artikel 370. Dieser Artikel entstand in den 60ern und galt nur für das Bundesland J&K. Es ermöglichte eine eigene Konstitution, eine eigene Flagge und Autonomie bei der internen Verwaltung. Zu diesem Artikel gehört auch Artikel 35A, welcher eine eigene Regelung bzgl. Staatsangehörigkeit, Landbesitz und Grundsatzrechte beinhaltete. Besonders wichtig ist, dass er Anderen außer den Einheimischen Landbesitz verbot. Und dieser Artikel wurde gleichzeitig für beide Union Territories außer Kraft gesetzt. Jetzt ist Ladakh offen für Spekulanten, Großkonzerne usw. Der Wikipedia-Eintrag dazu ist recht ausführlich.
  • Kargil. Ladakh besteht aus den Distrikten Kargil und Ladakh. Kargil ist mehrheitlich moslemisch außer das dazugehörige Zanskar. Da die Bundesstaatenregierung im ebenfalls moslemischen Srinagar saß, fühlten sich die Stadt Kargil und die moslemischen Gebiete sehr wohl – Zanskar dagegen nicht. In der neuen Ordnung gehört nun dieses moslemische Gebiet zum buddhistischen Ladakh, wo es eine Minderheit darstellt. Es regt sich also Widerstand.
  • Hindunationalismus. In der Regierung in Delhi ist die BJP die stärkste Partei und offen hindunationalistisch eingestellt. Zwar forcierte diese Partei auch in Ladakh die Loslösung von J&K, aber es herrscht Skepsis, ob sie auch dahin unterstützend ist, Ladakh „seine Identität“ zu lassen – oder sie hinduistisch beeinflussen zu wollen.

FAZIT

Ladakh hat bekommen, was es seit Jahrzehnten wollte – den Union Territory Status. Aber das Gesamtpaket birgt Konfliktpotential. Es bewegt sich also gerade sehr viel in Ladakh – aber welche Richtung es genau gehen wird, ist unklar. Spannend ist es definitiv.

Für Reisende

Stand 7.8.19: Kargil ist in Alarmbereitschaft, Srinagar wird empfohlen zu meiden – und im Herzland Ladakh ist alles ruhig.

 

 

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